Sehen lernen

Andrea Zanella trommelte eine kleine Gruppe "Fotowilliger" zusammen und führte ihren ersten Basis-Kurs durch. Ein Pilotkurs mit vier Frauen (fotomässig alle gut drauf) und ich (Smartphone-Foto-Mann). Ein Tag, in Ennetmoos und es passte alles: Wetter, Kursraum, Verpflegung und vor allem Organisation, das Material, Inhalt und Durchführung. Allseitiges Feedback: Weitermachen. Unbedingt. Und sie macht es.

Mehr unter www.zanella-fotografie.ch


Eine der Aufgaben an uns für die Foto-Exkursion am Nachmittag: Ein Foto mit Rot (mindestens zwei Drittel in rot). Wo gibt's hier auf Kuhwiesen, Wäldern, Feldern, Wegen und Felsen bloss rote Motive? Ich staunte. Je länger, desto mehr Rot. Rote Schilder, rote Velo-Trikots und rote Kunstwerke sogar. Für meine Begriffe ist das Foto unten links ein Kunstwerk - mitten im Wald bei Ennetmoos anstatt im Kunstmuseum Basel. Ich "sah rot", wortwörtlich. Alle sahen rot. Das zeigte die Fotoauswertung nach der Exkursion. Mit dem Fokus, den uns Andrea mit dieser simplen Aufgabe ins Hirn pflanzte, sah ich, was ich sonst nie gesehen hätte. Ich lernte sehen. Neu sehen. Das Kunstwerk sind Rostflecken-Schatten auf einem roten Container, die ich sonst nie gesehen hätte. 

Ich nehme "Fokussieren" mit in meinen Alltag und meinen Job. Ausrichten, konzentrieren auf das Jetzt, den Gegenüber, das Gesehene, Gesprochene, Gehörte, Gerochene und Gefühlte um mehr auf- und wahrnehmen zu können.

 

Versuch es doch selbst einmal. Geh raus, und nehme dir vor "ich achte jetzt auf alle Menschen die freundlich aussehen und die lachen" oder "ich achte heute auf alles was blau ist".

Lass dich überraschen was dann passiert ...



Kommentar schreiben

Kommentare: 0